Der öffentlich-rechtliche Rundfunk war in den letzten Wochen völlig zurecht im Kreuzfeuer einer kritischen Diskussion. Um eines vorweg zu sagen: wirtschaftlich und politisch unabhängige Nachrichten sowie Informationen, Dokumentationen und Kultur sind notwendiger und integraler Bestandteil unserer Demokratie. Deshalb sind Forderungen nach der kompletten Abschaffung des öffentlichen Rundfunk zurückzuweisen. Das bedeutet aber nicht, dass Reformen des öffentlichen Rundfunks nicht mehr als überfällig sind! Es kann nicht sein, dass die öffentlichen Sendeanstalten ständig ihre Angebote ausweiten und andererseits immer mehr Geld fordern. Dies führt letztlich zu noch höheren Rundfunkgebühren, an deren Sinnhaftigkeit immer mehr Zweifel angebracht sind.

Dabei ist noch ein anderes Problem immer auffälliger: Es ist die Einhaltung der gebotenen politischen Neutralität. Nicht nur die Nachrichtensendungen, sondern auch die politischen Magazine und Talkshows verkommen immer mehr zu einheitlichen Indoktrinationsplattformen, die durch eine links-grüne Weltanschauung geprägt sind. Jüngstes Beispiel dieser Art von Mediengestaltung sind Ausfälle eines WDR Kinderchors mit dem Titel „Oma ist `ne alte Umweltsau!“. Waren früher die Magazine wenigstens noch so austariert, dass das politische Spektrum vom ZDF Magazin bis Panorama und Monitor noch einigermaßen abgebildet waren, so gibt es heute nur noch die eine Richtung mit einer Art linker Wohlfühlkommunikation. Sie kommt manchmal satirisch verpackt, z. B. in der „Heute Show“ oder „Extra drei“ daher, aber die politischen Botschaften sind immer eindeutig und lassen sich von den Wahlbotschaften der Gesinnungsgenossen kaum noch unterscheiden.

Der zweite Reformbereich ist die Unterhaltung. Es mag überraschen, aber dass das ZDF die Übertragungsrechte für die Champions-League ersteigert hat, hat auch mehrere negative Folgen: sky wird Mitarbeiter entlassen, da ihnen die Kunden weglaufen, manche Gasstätten werden leer bleiben, da das Schauen der Spiele dort unnötig wird und die Gehälter der reichsten Sportler der Welt werden nun auch aus den zwangsweise von allen erhobenen Rundfunkgebühren bestritten. Inwiefern dies eine tolle Nachricht ist, lässt sich nur begrenzt erschließen.

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